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Paritätischer Armutsbericht 2024: Armut in der Inflation

Armut Kinderarmut Ungleichheit Armutsbericht

26.03.2024 | Paritätischer Wohlfahrtsverband | 16,8 Prozent der Menschen in Deutschland – oder 14,2 Millionen Menschen – müssen für das Jahr 2022 als einkommensarm bezeichnet werden. Die Armut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau, so das Ergebnis des neuen Paritätischen Armutsberichts: 16,8 Prozent der Bevölkerung leben nach den jüngsten Zahlen in Armut, wobei sich im Vergleich der Bundesländer große regionale Unterschiede zeigen. Fast zwei Drittel der erwachsenen Armen gehen entweder einer Arbeit nach oder sind in Rente oder Pension, ein Fünftel der Armen sind Kinder. Der Paritätische sieht wesentliche armutspolitische Stellschrauben daher insbesondere in besseren Erwerbseinkommen, besseren Alterseinkünften und einer Reform des Kinderlastenausgleichs. Im Paritätischen Armutsbericht 2024 gibt es ausführliche Infomationen zu folgenden Themen: Armut in Deutschland 2022 Soziodemografie der Armut Sozialstruktur der Armut Blick auf die Länder Blick in die Regionen Armutspolitik im Zeichen der Inflation Politische Schlussfolgerungen Methodische Hinweise

„Die Haltung, der Staat dürfe Privates nicht regulieren, ist gefährlich“

Philipp Lepenies

31.02.2024 | Philipp Lepenies im Gespräch mit Sebastian Witte und Claus Peter Simon | GEO+ | Verbote gehören bekämpft und verhindert: Diese Haltung lähmt die sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft, beklagt der Politikwissenschaftler Prof. Philipp Lepenies. Und erläutert, weshalb staatliche Eingriffe ins Privatleben nicht nur legitim sind, sondern letztlich zu mehr Freiheit für alle führen.

Die Analyse der deutschen Milliardenvermögen

11.12.2023 | Julia Jirmann und Christoph Trautvetter | Netzwerk Steuergerechtigkeit | Erste Schritte zu einem unabhängigen Reichtumsbericht Unabhängige Forschung zur Gruppe der Superreichen findet in Deutschland bisher kaum statt. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung wird der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Gruppe nicht gerecht und die Forschung zur Vermögensverteilung beruft sich auf lückenhafte Haushaltsbefragungen und zu journalistischen Zwecken erstellte Reichenlisten. In unserer ersten Studie zum neuen Arbeitsschwerpunkt analysieren wir deutsche Milliardenvermögen. Die Studie vermisst die Lücken der Reichenlisten, unterzieht die typischen Mythen rund um große Vermögen und deren Besteuerung einem Realitäts-Check und zeigt schließlich, dass sich die Wissenslücken rund um die Superreichen zu einem großen Teil mit öffentlich zugänglichen Informationen schließen ließen. Damit dies gesehen kann, stellen wir unsere Analysen für weitere Forschung zur Verfügung und setzen unsere Arbeit fort. Die ersten Ergebnisse zeigen bereits, wie dringend wir einen unabhängigen Reichtumsbericht brauchen. Link: Zur Studie. Link: Zum Film: Die geheime Welt der Superreichen – das Milliarden spiel (ZDF).

„Man schiebt die Notwendigkeit des Verzichts gerne auf andere“

08.12.2023 | Christian Neuhäuser im Interview mit Mareen Linnartz, Johan Schloemann| SZ+ | Wie viel Einfluss haben Reiche auf die Politik? Welche Rolle spielen sie in der Klimakrise? Der Philosoph Christian Neuhäuser über Gier als Treiber einer Gesellschaft, die Verantwortung jedes Einzelnen – und die Faszination für Elon Musk.

Deutsche immer reicher?

06.12.2023 | Martyna Linartas, Sebastian Klein uvm. | Plusminus, ARD | Statistisch gesehen werden wir Deutsche immer reicher: Mehr Einkommen, mehr Spareinlagen, Zinsgewinne, Besitz. Das behaupten verschiedene Statistiken aus diesem auslaufenden Jahr. Doch das Ding hat einen großen Haken: Nur die Reichen werden immer reicher. Teile der Mittelschicht und die Geringverdiener:innen sowieso leiden konkret unter Realeinkommensverlusten.

Zukunfts-Chancen verbessern – Diskussion über das Grunderbe

29.11.2023 | Philipp Türmer und Stefan Gosepath | hr info | Rund 400 Milliarden Euro werden Jahr für Jahr in Deutschland vererbt. Die Debatte über ein „Grunderbe“ wird schon länger geführt. Die JuSos haben auf ihrem Bundeskongress eine Forderung beschlossen: Sie fordern ein Grunderbe in Höhe von 60.000 Euro für alle 18-Jährigen. Kosten: Rund 45 Milliarden Euro jährlich. Finanziert werden soll das über eine Reform der Erbschaftsteuer.

„Einige sagen: Wer arm ist, ist selbst schuld“

27.11.2023 | Martyna Linartas mit Marilena Piesker | zeit online (Z+) | Die Forscherin Martyna Linartas fragte Millionäre, wie sie Ungleichheit sehen. Einer verglich Politiker mit Ratten – andere glauben, ihr Reichtum sorge für Wohlstand. Brauchen wir ein Grunderbe und Vermögensteuern? Das hat die Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas die Wirtschaftselite gefragt. Das Ergebnis: Ein Teil ist durchaus bereit, sich vom Staat ärmer machen zu lassen. Der andere Teil sagt, dass Armut und Reichtum selbst verschuldet seien. Warum Linartas trotzdem mit den meisten der Elite einen Whiskey trinken würde und wie Deutschland die Ungleichheit tatsächlich überwinden kann.

Bedrohen Superreiche die Demokratie?

24.11.2023 | Katharina Pistor, Michael Hartmann, Christian Neuhäuser, Olivier Petitjean | arte – 42 | Weltweit nimmt der Superreichtum immer gigantischere Ausmaße an. Ist es eine Gefahr für die Demokratie, wenn wenige Menschen um ein Vielfaches reicher sind als der Rest der Bevölkerung? „42“ spricht darüber unter anderem mit der Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor, dem Soziologen Michael Hartmann, dem Philosophen Christian Neuhäuser oder dem Investigativ-Journalisten Olivier Petitjean. Demokratien beruhen auf einem fundamentalen Ideal: One man, one vote – das Volk ist souverän. Das Ganze wird gestützt durch ein ausgeklügeltes System aus Checks and Balances, mit Gerichten, Parlamenten, Wahlen, Parteien und der freien Presse. So soll eigentlich verhindert werden, dass einzelne Bürger oder Teile der Bevölkerung zu einflussreich werden und die Macht im Staat übernehmen. Kann dieses komplizierte System der Machtteilung noch funktionieren, wenn wenige Bürger sehr viel reicher sind als alle anderen? Für die Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor sind viele Demokratien durch den Superreichtum längst aus dem Gleichgewicht geraten: „Ich denke, wenn man sich die politische Großwetterlage anguckt in verschiedenen Demokratien, einschließlich der ältesten Demokratien, die wir haben, zum Beispiel den USA, dann ist ganz klar, dass wir die Schieflage erreicht haben.“ Laut dem Philosophen Christian Neuhäuser wird der moderne Superreichtum – im Unterschied zum Reichtum anderer Zeitalter – durch private Unternehmen erzeugt. Nutznießer sind vor allem die Chefs und Gründer der Unternehmen; sie können mit dem erworbenen Reichtum nicht nur eine enorme wirtschaftliche Macht ausüben, sondern auch politisch Einfluss nehmen. Aber wie? Neuhäuser zufolge gibt es hier verschiedene Mechanismen, die von simpler Bestechung über Lobbyismus bis zum sogenannten Mäzenatentum reichen. Auch der französische Investigativjournalist Olivier Petitjean beobachtet, dass die politische Macht der Superreichen seit Jahren wächst. Er befürchtet, dass die Menschen „in einem Wirtschaftssystem leben, das immer mehr die Superreichen bevorzugt – und immer ungerechter wird.“

Ist Erben ungerecht?

23.11.2023 | Danyal Bayaz, Stefan Gosepath, Isabell Grupp | SWR | Zur Sache Baden-Württemberg | Leistung muss sich lohnen, heißt es. Doch manche müssen gar nicht viel leisten und haben trotzdem viel: Sie haben nämlich geerbt. Ist das gerecht? Und müsste der Staat in Zeiten von knappen Kassen Erben stärker zur Kasse bitten? Wir diskutieren unter anderem mit Firmenerbin Isabell Grupp, Philosoph Stefan Gosepath und Finanzminister von Baden-Württemberg Danyal Bayaz.

Klimaschutz und Ungleichheitsreduktion wirken Hand in Hand

2023 | Miriam Rehm, Vera Huwe, Katharina Bohnenberger | Bertelsmann Stiftung | Klimasoziale Transformation – Klimaschutz und Ungleichheitsreduktion wirken Hand in Hand, Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft, Focus Paper #6 Die vorliegende Studie untersucht die Frage, welche Rolle Ungleichheit bei der Schaffung von Wohlstand für alle innerhalb planetarer Grenzen spielt, und in Verbindung damit, ob es einen Zielkonflikt zwischen Verteilungsgerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit gibt. Wir beleuchten drei Ungleichheitsdimensionen der Klimakrise und deren Wechselwirkungen mit Einkommens- und Vermögensungleichheit: 1. die Ungleichheit hinsichtlich der Emissionshöhe und der Verursachung der Klimakrise 2. die Ungleichheit hinsichtlich der Betroffenheit durch Klimaschäden 3. die Rolle von Ungleichheit bei Klimaschutzmaßnahmen Die Studie kommt zu drei zentralen Ergebnissen: 1. Ungleichheit ist ein Emissionstreiber. 2. Klimaschutz ist eine vorbeugende Maßnahme gegen die Verstärkung von Ungleichheiten. 3. Eine integrierte Klima- und Verteilungspolitik ist für eine effektive Klimapolitik und Ungleichheitsreduktion notwendig und möglich. Gefördert werden kann die klimasoziale Transformation durch die Konversion fossiler Betriebe, einen Klimasoli, der eine Finanzierungsbasis für öffentliche Klimainvestitionen schafft, sowie durch eine Klimakreditkarte, die klimaneutrale Lebensbedingungen für alle ermöglicht

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