„Fatherhood Bonus“: Väter in Chefpositionen bekommen mehr Hilfe als Mütter – und das hat Folgen
| Jasmina Deshmeh | Frankfurter Rundschau

Der journalistische Beitrag von Jasmina Deshmeh in der Frankfurter Rundschau beschreibt Forschungsergebnisse zum sogenannten „Fatherhood Bonus“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie informelle Unterstützung am Arbeitsplatz dazu beiträgt, dass Väter in Führungspositionen gegenüber Müttern Vorteile erhalten.

– journalistischer Beitrag mit Bezug auf eine wissenschaftliche Studie – Fokus auf geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Arbeitsleben, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Karriereeffekte – Grundlage ist eine internationale Studie unter Leitung von Jamie Gloor von der Universität St. Gallen mit rund 1200 Teilnehmenden Den Beitrag findet ihr bei der Frankfurter Rundschau.

Ausführlicher Inhalt Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, warum Elternschaft sich im Berufsleben unterschiedlich auf Männer und Frauen auswirken kann. Ausgangspunkt ist eine Studie unter Leitung von Jamie Gloor, Professorin für Leadership und Diversity Science an der Universität St. Gallen. Ein internationales Forschungsteam untersuchte in drei zusammenhängenden Teilstudien mit rund 1200 Teilnehmenden, wie Beschäftigte auf Führungskräfte reagieren, die einen Konflikt zwischen beruflichen Anforderungen und familiären Verpflichtungen zeigen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass männliche Führungskräfte in solchen Situationen häufiger Unterstützung aus ihrem Team erhalten als weibliche Führungskräfte. Laut den Forschenden hängt dies mit gesellschaftlich verankerten Vorstellungen über Geschlechterrollen zusammen: Wenn Männer familiäre Belastungen sichtbar machen, wird dies eher als außergewöhnliche Situation wahrgenommen, während vergleichbare Belastungen von Frauen häufiger als selbstverständlich gelten.

Der Beitrag ordnet diese Dynamik in den Zusammenhang von „Fatherhood Bonus“ und „Motherhood Penalty“ ein. Während Väter durch zusätzliche Unterstützung im Arbeitsalltag teilweise berufliche Vorteile erhalten können, wirken sich für Mütter weiterhin strukturelle Faktoren wie ungleiche Verteilung von Sorgearbeit und berufliche Unterbrechungen negativ auf Einkommen und Karriereentwicklung aus.

Die Autor:innen der Studie argumentieren, dass Gleichstellung nicht nur durch formale Regelungen wie Elternzeit oder flexible Arbeitsmodelle beeinflusst wird, sondern auch durch alltägliche soziale Interaktionen am Arbeitsplatz. Informelle Unterstützung, Wahrnehmungen von Engagement und Erwartungen an Mütter und Väter können demnach ebenfalls zur Entstehung beruflicher Ungleichheiten beitragen.