Das Inequality Discourse Observatory (IDO) ist eine Forschungsinfrastruktur des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz. Das Projekt untersucht, wie Ungleichheit in öffentlichen und politischen Debatten dargestellt, bewertet und verhandelt wird.
– wissenschaftliches Forschungsprojekt mit datenbasierter und computergestützter Analyse – Fokus auf öffentliche Wahrnehmungen von Ungleichheit, politische Narrative und gesellschaftliche Deutungsmuster – mehrsprachige Forschungsinfrastruktur mit Textdaten aus Medien, politischen Reden, Debatten und sozialen Medien Den Beitrag findet ihr bei der Universität Konstanz | Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“.

Ausführlicher Inhalt Das Inequality Discourse Observatory (IDO) untersucht, wie Ungleichheit in öffentlichen und politischen Diskursen thematisiert wird. Das Projekt ergänzt das Inequality Barometer 2.0, das Einstellungen und Wahrnehmungen von Ungleichheit erfasst, indem es analysiert, welche Begriffe, Argumentationsmuster und Deutungsrahmen in gesellschaftlichen Debatten verwendet werden. Dazu sammelt und verarbeitet IDO große Mengen an Textdaten aus verschiedenen Quellen, darunter Nachrichtenmedien, Parlamentsreden, politische Debatten und soziale Medien. Die Daten stammen aus den Ländern und Sprachen, die auch im Inequality Barometer berücksichtigt werden, und werden kontinuierlich erweitert und aktualisiert. Ziel ist es, Veränderungen in der öffentlichen Kommunikation über Ungleichheit systematisch nachzuverfolgen.
Methodisch verbindet das Projekt Linguistik mit Computational Social Science. Mithilfe von Verfahren der natürlichen Sprachverarbeitung (Natural Language Processing, NLP) und maschinellem Lernen werden Texte analysiert, um beispielsweise Bewertungen, politische Frames, Argumentationsstrukturen und sprachliche Muster in unterschiedlichen Kontexten zu erfassen. Dabei entwickelt IDO auch Ansätze für weniger gut digital erschlossene Sprachen, die in bisherigen NLP-Anwendungen häufig unterrepräsentiert sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich verschiedener gesellschaftlicher Akteure. Das Projekt untersucht unter anderem, wie politische Eliten und soziale Bewegungen Ungleichheit beschreiben und welche Unterschiede zwischen öffentlicher Meinung und politischen Narrativen bestehen. Die Forschungsinfrastruktur soll dadurch Analysen ermöglichen, die Zusammenhänge zwischen Diskursen, politischen Prozessen und gesellschaftlichem Wandel sichtbar machen.